Varel-Christiansburg 2007

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NORDholz

Mitte des 15. Jahrhunderts geriet Varel, das zuvor zum friesischen Stammesgebiet gehörte und zuletzt von Häuptlingen regiert wurde, in den Einflußbereich des oldenburgischen Grafenhauses.

Nach dem Tode des Oldenburger Grafen Anton Günther in der Mitte des 17. Jh. vermachte er die Grafschaft Oldenburg seinem Verwandten, dem König von Dänemark. Seinem illegitimen Sohn, dem späteren Grafen Anton von Aldenburg, übertrug er u.a. das Amt Varel, das somit aus der Grafschaft Oldenburg herausgelöst war.  Die Dänen beanspruchten Varel ebenfalls für sich und im Jahre 1681 begannen sie mit dem Bau der Christiansburg an der Vareler Anlege- und Hafenstelle am Jadebusen. Der mit besonderen Privilegien ausgestattete neue Standort sollte die Vareler Bürger zur Umsiedlung in die Christiansburg und somit in den dänischen Herrschaftsbereich zu bewegen. Der Ausbau des Hafens wurde vorangetrieben, Festungsmauer mit Graben errichtet.

Obwohl die Planung vorsah, den Hafen und den Festungsgraben durch Fließgewässer von Verschlickung freizuhalten, wurde dies durch die notwendige Errichtung von Gezeitenschleusen hintertrieben und der Hafen verschlickte. Dies und andere Gründe führten 1694 zur Aufgabe der Christiansburg. Aufgrund der kurzen Laufzeit ist nicht bekannt, wieviel Innenbebauung (Festungsstadt) existierte. Fertiggestellt waren wohl die Festungsmauern, Soldatenunterkünfte und Verwaltungsgebäude; ob oder wieviel zivile Bebauung existierte, ist ungewiß.

Nach Auflassung der Festung wurde diese unter Auflagen versteigert. So sollten alle Gebäude abgetragen und die Materialien weggeschafft werden. Die Materialien konnten sekundär verwendet werden.

Bei baubegleitenden Untersuchungen zwischen 2001 und 2007 durch den ehrenamtlichen Mitarbeiter für den Raum Varel wurde eine große Anzahl von Funden an verschiedenen Stellen innerhalb des Geländes der Christiansburg vermeldet.

Der Kreuzschnitt verlief quer durch die Wallanlage. Dabei wurde die aus Klei bestehende Wallaufschüttung ebenso wie mögliche Stakenreste, die für die Konstruktion genutzt wurden, entdeckt. Außerdem konnten Holzreste, winklig angeordnete Befunde, die Hinweise auf Konstruktionen unter dem Wall, z. B. Kasematten geben, dokumentiert werden. Bei Anlage der Wallanlage wurde größtenteils auf Ziegelmauern verzichtet, nur der Torbereich wurde massiv konstruiert.

Das Höhennivellement zeigt den Wallverlauf, deutet aber auch mögliche Gebäudereste an.

Bauplan Christiansburg, 17. Jahrhundert

Suchschnitt

Holzfund

Tonpfeife des späten 17. Jahrhunderts

Walluferbefestigung

Suchschnitte

Höhenplan

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